ICH BIN WIEDER DA

Als erste Amtshandlung ließ der begeisterte Harleyfahrer den TÜV seiner geliebten Maschine erneuern. 2014, noch vor seiner Operation, ist er damit die weltberühmte Route 66 von Arizona nach New Mexico entlang gebrettert. 1995 für 33.000 D-Mark gekauft, hat sie heute 160.000 Kilometer runter. „Als ich mein Baby vom TÜV wieder abholen wollte, sagte Peter Sponagel von Harley-Davidson Hamburg Süd zu mir, bei dem ich die Maschine 1995 schon angemeldet habe: ‚Setz dich mal rauf und dreh eine Runde – oder du fährst sie einfach selbst nach Hause.’ Und das ließ ich mir nicht zweimal sagen, nach der langen Abstinenz.“ Gesagt, getan. Hort fuhr seine „Heritage Softail“ zurück nach Hittfeld und hupte erstmal laut vor der Eisdiele. „Sollte ja jeder wissen, dass ich wieder da bin“, lacht er.

Es folgte eine 200 Kilometer lange Tour nach Wittenberge, zu der ihn seine Biker-Kumpels überredet haben. Im August marschierte er dann mit den Hittfelder Schützen den 6,2 Kilometer langen Ummarsch mit. „Die haben erst gesagt ‚Walter, komm und fahr auf dem Wagen mit’, aber ich sagte nur ‚Nö. Ich gehe zu Fuß!’“

Im Oktober feiert Hort nun seinen 80. Geburtstag – natürlich ganz groß. Erst wollten er und seine Frau nur mit fünf befreundeten Ehepaaren anstoßen, aber plötzlich stehen um die 70 Gäste auf der Liste. „Alle meine Motorradfreunde aus dem Süden, aus Freiburg und Speyer haben sich angemeldet. Ich hätte nie gedacht, dass die alle kommen!“ Klar kommen sie alle – wenn eine Hittfelder Harley-Legende wie Walter Hort den Krebs besiegt und einen runden Geburtstag feiert. Ein Hoch auf das Leben – und die Harleys!